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Gisbert zu Knyphausen

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Seltsames Licht

Der aus dem Rheingau stammende Singer-Songwriter hat zurzeit seine Zelte in Berlin aufgeschlagen. 2008 reüssierte er mit einem Debütalbum, das er mit seinem Namen betitelte. In seinen Texten verarbeitete er tiefsinnige Gedanken und brachte sie mit seiner Akustikgitarre unter die Leute. Sein Stil damals: oft lakonische und mit kauzigem Witz betextete Geschichten, sparsam instrumentiert und mit poppig, folkigen Melodien unterlegt. Weltschmerz halt, doch nicht ohne Hoffnung auf ein lohnendes Morgen.

Mit seinem aktuellen dritten Album »Das Licht der Welt« hat sich musikalisch allerdings einiges getan: Seine Musik ist offener und vielseitiger geworden. Gisbert zu Knyphausen hat sich transformiert, hat das Korsett des Liedermachers aufgeschnürt, neue Musiker einbezogen, seinen Stil und die Instrumentierung von melancholischem Ballast befreit. Es sind weniger Gitarren zu hören, dafür Vibraphone, Posaunen, Trompeten, Synthesizer und ein Klavier. Und textlich berührt Gisbert die Menschen auf eine Weise, die sehr sehr einmalig ist. Er geht ans »Eingemachte«, mitten rein in das Wesen der Dinge. Mit der ihm eigenen Eloquenz drückt er aus, was wir fühlen, jedoch oft schwer greifen können und initiiert so etwas durchaus Wertvolles: Erkennen und Erkenntnis.

Sieben Jahre hat sich Gisbert zu Knyphausen für sein neues Album Zeit gelassen. Zwischenzeitlich verfolgte er andere Projekte: so erschien 2012 etwa die Platte »I« von »Kid Kopphausen«, eine Gemeinschaftsarbeit mit Nils Koppruch, der, 46-jährig, leider nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung überraschend verstorben ist.

2014 spielte er als Bassist für Olli Schulz auf dessen Tour. Im gleichen Jahr hat er mit seinem »Heimspiel Knyphausen« auf dem elterlichen Weingut ein Festival etabliert, das inzwischen zu den größten Open-Air-Veranstaltungen im Rheingau zählt. Und im Mai 2017 realisierte er mit dem dünnen Mann – aka Tobias Friedrich – und Moses Schneider (Soundmaker von den Beatsteaks und Tocotronic) eine EP. Die drei nennen sich »Husten« und sind die wohl unscheinbarste (aber beste?) Supergroup der deutschen Musikgeschichte.

Aber jetzt steht »Das Licht dieser Welt« im Mittelpunkt und damit zwölf neue Songs, die abermals voller Melancholie stecken, aber in gleicher Weise auch Mut machen. Zu Knyphausen hat dabei nicht nur seinen musikalischen Ausdruck überarbeitet, auch seine Erzählweise ist eine andere. Die Texte kommen weniger aus der Ich-Perspektive, sondern formulieren kleine Geschichten. Doch die Lieder handeln, wie auch auf den beiden Vorgängern, von der ewigen Sinnsuche, dem nicht einfach nur sein können, vom Tod und dem Umgang damit, und wie man es schafft, mehr Licht und Optimismus in sein Leben zu lassen.
Und darauf versteht sich wohl niemand so gut wie Gisbert zu Knyphausen. Leute, das Warten hat sich gelohnt!

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