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Asaf Avidan

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Der heisere Engel

1980 in Jerusalem geboren, gehört Avidan inzwischen zu den erfolgreichsten Sängern Israels. Er ist sicherlich einer der interessantesten internationalen Künstler der letzten Dekade. Selbst Songwriter, Komponist und Interpret seiner Stücke, schafft er mit seiner Musik eine Stimmung voller ineinander fließender Klangfarben und allen Nuancen zwischen Hell und Dunkel. Seine aktuellen Lieder sind Leidenschaft und Poesie pur mit starken Melodien und faszinierenden psychologischen Ambivalenzen. In seinen Songs begleitet er rebellische Indie-Riffs mit weinendem Bluessound, wechselt aus tiefen Tonlagen in die zarteste Kopfstimme und verarbeitet in seinen Stücken existentielle Emotionen wie Schmerz, Glück, Abschied und Hoffnung.

Ins richtige Musikbusiness stieg Asaf 2006 ein: Damals stellte er für eine Tour durch Clubs in Israel mit vier weiteren Musikern (Bassist Ran Nir, Schlagzeuger Yoni Sheleg, Gitarrist Roi Peled und Cellistin Hadas Kleinman) eine Band zusammen. Sie nannten sich Asaf Avidan & the Mojos und produzierten drei Alben, mit denen sie in Israel sehr erfolgreich wurden. 2010 nahmen sich The Mojos eine kreative Pause und 2012 kam es zur endgültigen Trennung. Inzwischen tourte Asaf Avidan, begleitet von der Cellistin Karni Postel, mit einem Akustikprogramm durch Israel, Frankreich und Deutschland. Das überwiegend positive Feed-back animierte ihn zu einem live eingespielten Akustik-Album [2012: Different Pulses].

Avidan ersang sich zwar eine begeisterte und immer zahlreichere Fangemeinde, doch ohne den Remix des Berliner DJs Wankelmut, der auf seinem Song »Reckoning« basiert und seitdem als »One Day« berühmt ist, gäbe es wohl kaum diese gewaltige weltweite Aufmerksamkeit. Bereits 1 Monat nach seinem Start auf Youtube hatte »One Day« über 11 Mio. Aufrufe. Inzwischen sind es über 200 Millionen.

Als Künstlerfigur bleibt Avidan eher amorph, ist nicht klar einzuordnen: Der Clubwelt jedenfalls, die ihn aus der Geheimtippecke auf die internationale Bühne katapultiert hatte, ist er entwachsen. Er ist auch keiner, der sich einem Massenpublikum andient, sondern jemand, der im Grunde nur sich selbst vorsingt. Vielleicht könnte man ihn vordergründig als Prototyp eines neuartigen, kosmopolitischen Künstlers beschreiben: Sein größter Hit entstand im Netz, seine maximal distinkte Stimme berührt über alle Kulturen hinweg, seine Themen bleiben universell. Er selbst reflektiert seine Entwicklung als offen, dynamisch und introspektiv. Fast wie ein »therapeutischer Prozess bei Freud«, sagt er. Für ihn forme der gesungene Texte ein »Narrativ«, berge also eine erzählerische Qualität. Die Musik sei ihm dabei »ein Werkzeug«, ein »Herauslassen«, um bei Verstand zu bleiben – und genau so hört es sich an.

Vor der Heftigkeit der seelischen und physischen Entäußerung, der Avidan sich überlässt, wenn er singt, schreckt man instinktiv zurück, ist es doch ein irritierender, fast kreatürlicher Prozess. Die Töne, die dabei entstehen, muss man nicht mögen. Man muss nicht entscheiden, ob seine Stimme schön, angenehm oder zu intensiv, weiblich oder männlich klingt. Sie rührt bis auf die Knochen, und allein darum geht es. Eine zutreffende Beschreibung dieser faszinierenden Stimme ist: »Bob Dylan and Janis Joplin made a baby together!« (ZEIT, 18/2013) Wer ihn gehört hat, weiß, warum.

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